Ich bin Darya Vane - zumindest hier. Das genügt fürs Erste.
In meinem Kopf treiben alte Schiffe herum, die sich an Dinge erinnern, die längst niemand mehr hören will. Dort stehen Häuser, die ihre Geheimnisse festhalten. Fremde Welten verwalten ihre Katastrophen nach Vorschrift. Und irgendwo geraten Figuren aneinander, die längst genug eigene Probleme hätten.
Bei mir geht es selten um Einzelne. Am liebsten schreibe ich über Wesen und Menschen, die sich anfangs höchstens dulden. Die einander widersprechen, sich gegenseitig in Schwierigkeiten bringen und im entscheidenden Moment doch bleiben.
Große Reden braucht es dafür selten. Etwas gerät aus dem Gleichgewicht, und es bleibt nicht unbemerkt. Hilfe taucht auf, ohne dass daraus ein Ereignis wird. Und wenn die Stille zu schwer wird, fällt ein schlechter Witz, weil sich manches so besser aushalten lässt.
Sie sind selten einfach. Sie haben Macken, machen Fehler und treffen Entscheidungen, bei denen man sie manchmal schütteln möchte. Aber das ist nie alles, was sie ausmacht. Es gibt fast immer auch etwas Gutes an ihnen: Loyalität, Rückgrat oder die Bereitschaft, sich vor andere zu stellen, wenn es darauf ankommt.
Meine Geschichten dürfen fremd sein. Was darin geschieht, soll trotzdem vertraut wirken.
Ich hätte das alles auch mit einem Therapeuten besprechen können. Stattdessen schreibe ich Bücher.